Die Bienen

 

Als Bienenfan hatte Christoph in der Schweiz schon die Hälfte eines Imkerkurses besucht, bevor er ihn wegen des Auswanderns nach Ungarn abbrechen musste. Hier auf seinem Land wollte er dann seine Kenntnisse umsetzen und einem Bienenvolk ein Zuhause geben. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt mit Bienen nicht viel zu tun gehabt und stand ihnen mit Respekt gegenüber wegen ihrer schmerzhaften Stiche, die bei mir auf Elefantenbeindicke geschwollene Gliedmaßen auslösen. Trotzdem wusste ich natürlich um ihre Nützlichkeit bei der Bestäubung der Pflanzen und das faszinierende Wesen der Biene. Als absoluter Tierfan kann es mir sowieso nicht zu viele Tiere auf meinem Land geben.

 

Nach einer Beschreibung aus den Anastasiabüchern baute Christoph ein spezielles Bienenhaus, das von der Funktion her einem ausgehöhlten, umgekippten Baumstamm ähnelt, ohne Rahmen oder andere Vorgaben. Es bietet dem Bienenvolk eher eine Art natürlichen Lebensraum, in dem man sie in Ruhe lässt, als eine „Melkstation“ aus der man ihren Honig entnimmt, um sie dann mit Zuckerlösung über den Winter zu bringen. Dementsprechend sind die Bienen in erster Linie zur Bestäubung und nicht als Honiglieferanten da.

 

Im Frühjahr 2010 besiedelten wir es mit einem kleinen Schwarm, der auch gleich mit dem Bau seines Bienenstocks anfing. Leider hatten wir ein ziemlich kühles, verregnetes und windiges Jahr, sodass es die großen Blütezeiten von Robinie und Kastanie verhagelte und verwindete. Auch alle weiteren Blütenpflanzen kamen nicht so recht in Fahrt und so schaffte es das kleine Volk leider nicht, genug Nahrung zu sammeln. Im Spätherbst lagen unsere zwei Kilo Schwarm verhungert im Kasten. Wir waren sehr traurig darüber und mussten auch hier leider per learning by doing feststellen, dass die Zufütterung von Zuckerwasser doch nicht immer so sinnlos ist. Im Jahr 2011 haben wir nun ausgesetzt mit der Bienenhaltung, im neuen Jahr möchten wir es aber gern noch einmal versuchen und auch andere naturnahe Bienenhausvarianten ausprobieren.

 

2016

Heutzutage haben es die Bienen nicht einfach zu überleben angesichts der Menge der eingesetzten Pestizide in der Landwirtschaft und des Verschwindens ihrer Nahrungsgrundlagen durch Monokulturen. Man möchte meinen, dass die Bienen wenigstens bei uns, wo es noch einiges an Wildwiesen und blühenden Bäumen und Sträuchern gibt, ein gutes Dasein fristen können. Aber auch hier haben die gestreiften Minis es schwer...

Unser Nachbar Reinhold hat im letzten Jahr 11 Bienenvölker auf einem Nachbargrundstück angesiedelt und kümmert sich hingebungsvoll darum. Durch ihn haben wir eine Menge gelernt und er hat uns dazu inspiriert, uns wieder mehr mit der Bienenhaltung zu beschäftigen. Im Moment experimientieren wir noch mit der richtigen Wahl des Kastens und der Pflege.

 

 

 

 

Mitglied im Verein terra animam